Planktonfarm Live Marine Phytoplankton im Cyanotest

zu dem Test gegen Cyanos wurden von uns zwölf Testaquarien ausgewählt. Ziel ist es gewesen sehr unterschiedliche Aquarien herauszugreifen, um dem heutigen Schreiben mehr Aussagekraft verleihen zu können.
Unterschieden wurde von uns in:
- Unterschiedliche Wasserparameter und Nährstoffwerte der ausgewählten Aquarien!
- Menge und Artenvielfalt der zu pflegenden Tiere!
- Bereits ergriffene Maßnahmen zur Gegenwehr!
- Soweit wir es beurteilen konnten in unterschiedlichen Cyano – Arten
- Letztendlich die Stärke der Beläge in Aquarien. (Wir haben es uns nicht leicht gemacht)
Es sollte vorab erwähnt werden, dass dies keine Marketingaktion gewesen ist, sondern wir uns mit ihrer Hilfe ein besseres Bild zu der oben genannten Situation schaffen wollten. Da unsere Kunden fast ausschließlich mehrere Produkte aus unserem Portfolio einsetzten sind sie für uns willkommene & unabhängige Tester gewesen.
Auf diesem Wege noch einmal vielen Dank an alle beteiligten!
Bevor wir das Endergebnis vorstellen ein paar Informationen vorab!
Cyanobakterien gehören zu den ältesten Lebewesen unseres Planeten. Auch wenn wir immer von Schmieralgen sprechen, handelt es sich hierbei um Organismen, die den Bakterien näher stehen, da sie keinen eigenen Zellkern besitzen. Diese Cyanobakterien haben in den Milliarden von Jahren raffinierteste Anpassungsstrategien entwickelt haben, so dass sie bis heute überleben konnten.
Sie können gegen Fraßdruck mit toxischen Substanzen entgegen wirken, oder diesen mit Hilfe explosionsartiger Vermehrung kompensieren. Wer seinen Schmieralgen durch absaugen entgegenwirken wollte, der weiß was ich damit meine. Sie können kleinste Mengen von Licht aufnehmen, zur Photosynthese nutzen und sogar Stickstoff in Ammonium verwandeln. Auf diese Weise überstehen sie einen Mangel an Nitrat ohne Probleme. Auch können sie eigene Phosphatdepots anlegen und diese verwerten, so dass sie auch in der Lage sind jeden Phosphatmangel zu überleben. Sie sind sogar in der Lage durch biochemische Reaktionen, für die Phosphat verwendet wird durch andere Substanzen zu ersetzen. Dies ist nur ein kleiner Auszug um ihnen kurz näher zu bringen, dass die meisten angepriesenen Methoden nicht funktionieren können, da diese raffinierten Gegner immer wieder mit einem Ass im Ärmel auftrumpfen.
Ich persönlich verwende „so gut wie es geht“ keine chemischen Produkte, sondern versuche immer auf natürliche Produkte für mein Meerwasseraquarium zurückzugreifen – und dies oft nach dem Motto weniger ist mehr – Die Natur zum Vorbild!
Wir kultivieren seit vielen Jahren diverse Planktonsorten, zu Anfangszeiten für unsere eigene Fischzucht später zum direkten Einsatz in Aquarien! Vor ca. zwei Jahren sind wir auf eine Interessante Planktonsorte gestoßen, welche aus der Klasse der Cyano-Algen stammt. Diese Alge eignet sich aufgrund ihrer Größe, ihrem relativ weichen Zellkern (sehr wichtig), und ihrem hohen Nährwert sehr gut zur Dosierung im Aquarium. Zusätzlich wird diese von uns mit einem hochwertigen Nährstoffkonzentrat angereichert, welches neben Makronährstoffen und Vitaminen auch alle für den Zellaufbau notwendigen Eiweißbausteine enthält.
Es gibt von uns zwei Theorien zur Bekämpfung:
Die erste und die einfache Erklärung sieht so aus, dass wir bei der regelmäßigen Dosierung von unserem Phytoplankton I den Cyanoalgen auf natürliche Weise Nährstoffe in unserem Aquarium entziehen welche ihnen dann nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. Unser Phytoplankton ist ein lebendes Plankton, welches auch nach der Dosierung im Meerwasseraquarium weiter Nährstoffe entzieht.
Hier sei erwähnt, dass jedes Aquarium ein eigenes behelfsmäßiges Ökosystem ist, in dem viele Organismen miteinander interagieren. Dies sind Organismen, welche wir Aquarianer nicht kennen, geschweige denn kontrollieren, oder messen können! Das austarierte Wechselspiel der Kräfte in einem natürlichen Ökosystem wie dem Meer, können wir in unseren Aquarien niemals erreichen. Wenn es dann zu Ungleichheiten kommt, dann zeigt sich das als Form von Massenvermehrung einzelner Arten.
Die Zweite Erklärung sieht schon etwas wissenschaftlicher aus! Im Meer, in dem eine wesentlich größere Anzahl unterschiedlicher Organismen miteinander interagiert bilden aquatische Viren (Virioplankton) Viruskörper, welche man als Cyanophagen bezeichnet. Diese Cyanophagen dringen in ein Cyanobakterium ein und manipulieren deren Stoffwechsel zu ihrem eigenen Vorteil. Die Cyanophagen können in das Photosystem der Wirtszelle eingreifen und durch bestimmte Proteine welche die Photosynthese ermöglichen, verlieren die Cyanobakterien die Kontrolle über ihre Photosynthese. So sind sie gezwungen Energie für die Produktion neuer Cyanophagen bereit zu stellen, was ihr Wachstum limitiert. Auf diese Weise wird im natürlichen Lebensraum die Massenvermehrung mariner Cyanobakterien begrenzt. Durch den Einsatz unseres Live Marine Phytoplankton I ist es vorstellbar, dass durch das einbringen des angereicherten und lebenden Planktons ein gleicher, oder ähnlicher Prozess in unserem Aquarium abläuft wie in dem eben beschriebenen Beispiel wie in einem natürlichen Ökosystem wie dem Meer.
Wer sich auf diesem Gebiet näher informieren möchte dem empfehle ich folgende Literatur, aus der ich ebenfalls mein eigenes Wissen besitze und aus der ich hier ausgeführt habe!
- Wommack K.E. & R.R. Colwell aus dem Jahr 2000 Viroplankton: virus in aquatic ecosystems
- Knop, D. aus dem Jahr 2009 Algen im Meerwasseraquarium Pflege & Bekämpfung
- Und noch mal Knop ebenfalls 2009 Trojaner im Meerwasseraquarium
- Corinaldesi C. & E. Crevatin aus dem Jahr 2003: Large-scale spatial distribution of Viroplankton in the Adriatic sea.
Aus Kostengründen und mangelnder Zeit fällt unser Ergebnis nicht so wissenschaftlich aus wie meine vorigen Ausführungen aus der mir angelesenen Literatur. Dies war aber auch nicht unser Ziel gewesen.
Unser Ziel haben wir erreicht, nämlich zwölf Aussagekräftige unabhängige Ökosystem zu unserem Test.
Zum Schluss können wir folgendes Ergebnis berichten:
1.Von zwölf Testern konnten wir bei sechs Aquarien innerhalb von 14 Tagen bei doppelter Dosierung den Cyanobaktierien fast zu 100 % entgegen wirken. Hier wäre innerhalb von vierzehn Tagen restlos alles an Cyanobakterien verschwunden, oder nur ein kaum sichtbarer Fleck übrig geblieben, wo teilweise der komplette Sandboden bedeckt gewesen ist,
Fünf Tester (von den sechs mit 100 %) schrieben uns, dass sich ein verbessertes extremes Polypenbild bei den Korallen zeigte, die teilweise sogar am Tag ihre Polypen öffneten.
Drei Tester (von den sechs mit 100 %) konnten in der Testphase eine deutliche Zunahme an Kleingetier in ihrem Aquarium beobachten.
Sehr interessant dabei war, dass alle Tester unterschiedlichste Technik im Einsatz haben, in alle Ecken von Deutschland verstreut waren (unterschiedliche Wasserwerke), zum Teil mit Absorbern und Osmoseanlagen und zum Teil auch nicht arbeiteten. Alle Tester hatten unterschiedlichste Wasserwerte ermittelt, welche uns zu Verfügung gestellt wurden. Hier ein kurzer Überblick in welchen Bereichen die Werte lagen.
NO3 von NN – 20
PO4 von NN – 0,05
CA von 340 – 460
MG von 1040 – 1380
KH von 6 – 12
Becken teilweise mit und ohne Zeolith System!
Wasserwechesel wurden bei unseren Testern gemacht von 10 % monatlich bis zu 15%wöchentlich durchgeführt.
2.Bei drei weiteren Testern von den insgesamt zwölf konnte ein Rückgang in den zwei Wochen bei doppelter Dosierung um ca. 50% - 65 % verzeichnet werden. Wie bereits oben erwähnt mit unterschiedlichsten Wasserwerten, Filterungen & Technik.
Zwei Tester(von den dreien mit 50-65%) sind der Meinung, dass bei SPS keine wesentlichen Veränderungen zu sehen waren, aber LPS mit weit expandierenden Polypen sehr gut gestanden haben.
Ein Tester bestätigte ebenfalls innerhalb der zwei Wochen eine Zunahme von Kleingetier in der Anlage.
3.Bei einem der zwölf Tester konnte ein Rückgang zu ca. 30 % verzeichnet werden innerhalb der ersten zwei Wochen bei doppelter Dosierung. Hier ist es sehr interessant anzumerken, dass dieser Tester auf seine eigenen Kosten den Test weitere vier Wochen fortgesetzt hat mit der normalen Dosierung und es innerhalb dieses Zeitraumes schaffte die Cyanobakterien bis auf ca. 5% von damaligen 100% zu reduzieren.
4.Bei zwei Testern der insgesamt zwölf konnten wir einen Rückgang der Cyanos nur um 5% - 15% verzeichnen. Einer der Tester berichtete das sie Morgens fasst verschwunden gewesen sind und gegen Abend wieder aufgetreten sind. Dies ohne mechanisches Eingreifen.
Alle Tester (außer zwei Stück – diese sind auf ein anderes Thema nicht eingegangen) haben über weitere positive Veränderungen im Bezug auf die Korallen und Mikrofauna berichtet, dass ist aber nicht das Thema! Im Bezug auf die Fische äußerte sich ein Tester, dass zwei Doktoren Pünktchen bekommen haben, (Zitat)“ich aber nicht sagen kann aus welchem Grund“. Diese sind kurzfristig wieder verschwunden. Ansonsten wurde uns von zwei Testern berichtet, dass die Chromis und Antias nach der Planktonzugabe auf Futterjagd gewesen sind. Dies ist aber weiter auch nicht das Thema!
Fazit:
Für uns war der Test sehr lehrreich und interessant. Wir können für uns ein positives Resümee ziehen und haben versucht den Test zum einen recht neutral, zum andern auch so darzustellen wie ihn unsere Tester erlebt haben.
Grundsätzlich waren unsere eigenen Erfahrungen dahingehend so, dass derjenige welcher mit Plankton arbeitet sich mehrere Wochen Zeit nehmen sollte bis sein eigenes Ökosystem darauf reagiert. Sei es zur Bekämpfung von Cyanos, Ernährung von Korallen, oder Verbesserung der Mikrofauna!
Ich hoffe ich konnte mit diesem Schreiben noch einige Informationen über Cyanos mit auf den Weg geben und vielleicht auch dahingehend einen Denkanstoß geben, die natürlichen Regelkreise so weit wie möglich zu verstehen und darin den hauptsächlichen Nutzen für die Meerwasseraquaristik zu sehen.
Wir werden umgehend nach Erlaubnis einige Abschlussberichte unserer Tester veröffentlichen!
Bei Rückfragen stehen wir gerne zu Verfügung
Hier nun zu den Erfahrungsberichten unserer Tester...
Testbericht 1 Testbericht 2 Testbericht 3













